Vorfreude

Die Färöer-Inseln: Am zweiten Juli war es soweit: Die Fotoreise zu den Färöer-Inseln stand an. Sehr lange habe ich mich auf dieses Abenteuer gefreut. Ich habe viele Bilder bestaunt und analysiert, die andere Fotografen vor mir von den Inseln gemacht haben und alles gelesen, was mir über den einsamen Ort mitten im Nordatlantik zwischen die Finger kam.

Die Reise habe ich bei Phototours4U gebucht. Mit den Jungs habe bei zwei vorangegangenen Workshops gute Erfahrungen gemacht, die sich auf dieser Reise bestätigen sollten. Tage vorher hatte ich schon meine Fotoausrüstung bereitgelegt, Speicherkarten geprüft und formatiert, Akkus geladen, Objektive und Filter gereinigt und alles hundertmal überprüft.

Am Vortag habe ich meine Klamotten gepackt. Das zulässige Maximalgewicht des Koffers von 23 Kilogramm konnte ich nur knapp unterbieten, da die schweren Wanderstiefel, das Stativ, der Fotorucksack und die unempfindlicheren Fotosachen einiges an Gewicht auf die Waage brachten. Kamera und Objektive wollte ich in der herausnehmbaren ICU des Fotorucksackes als Handgepäck mitnehmen. Zum Glück wurde das am Flughafen nicht gewogen…

Anreise zu den Färöer-Inseln

Am Reisetag ging es früh morgens zunächst mit dem Auto zum Frankfurter Flughafen, wo ich mir einen Parkplatz reserviert hatte. Rechtzeitig gebucht ist der Preis dafür akzeptabel gewesen. Auf die Bahn wollte ich nämlich nicht vertrauen. Ich hätte in Koblenz umsteigen müssen, und dort bin ich auf Reisen in Richtung Süddeutschland schon öfter hängengeblieben. Lieber nichts riskieren und mit dem Auto fahren und die Parkgebühren am Flughafen in Kauf nehmen. Dann der Flug von Frankfurt nach Kopenhagen. Dort sollte ich die anderen der Reisegruppe, insbesondere Serdar und Achim, die beiden Mentoren, treffen. Alles lief wie geplant. In Kopenhagen waren wir dann vollzählig und stiegen gemeinsam in den Atlantic Airways Flug in Richtung Färöer-Inseln. Am Flughafen Foroya übernahmen wir zwei Busse, mit denen wir uns in den nächsten Tagen von Location zu Location bewegen sollten. Aber erstmal zum Supermarkt und die nötigsten Dinge kaufen. Dann ab ins Hotel nach Rituvik und die Zimmer beziehen.

Endlich fotografieren!

Später am Nachmittag fuhren wir endlich raus zur ersten Location. Es ging zum Wasserfall von Gasadalur. Der Wasserfall ist das wohl am besten bekannte Motiv auf den Färöer-Inseln. Man kann ihn „traditionell“ von einem Aussichtspunkt von oben aufnehmen oder man traut sich, über eine mörderisch steile und schmale Treppe nach unten ans Ufer zu klettern. Dort unten findet man neben dem Wasserfall viele weitere tolle Motive. An diesem ersten Tag habe ich zwar schon zwei gute Bilder gemacht, aber auch festgestellt, dass ich noch nicht richtig auf den Färöer-Inseln angekommen bin. Es fiel mir noch etwas schwer, Motive zu sehen und ich habe auch den einen oder anderen Fehlversuch hingelegt. Kein Wunder, die Landschaft hatte mich einfach überwältigt und die Vorstellung, hier nun eine Woche unterwegs sein zu dürfen, lies mir vor Freude die Gänsehaut stehen…

Erfahrungen

In den folgenden Tages besuchten wir unzählige tolle Locations und wir konnten mehr als zufrieden mit der Ausbeute an Bildern sein. Die Mentoren Serdar und Achim kannten die Inseln von vorhergehenden Reisen und hatten immer einen Plan B oder C in der Tasche, falls es aus Witterungsgründen mal an einem Ort nicht klappte. Unsere Gruppe war sehr homogen, was den Erfahrungslevel betraf. Aber auch die Charaktere passten sehr gut zusammen und wir hatten insbesondere auf den Autofahrten eine Menge Spaß. Es gab keine Anfänger und auch keine Besserwisser. Serdar und Achim führten und zu den Locations, liessen sie uns aber selbst erarbeiten. Dass ich mich selbst mit dem Ort auseinandersetzen musste, hat mir sehr geholfen. Die so entstandenen Bilder unterschieden sich daher von Teilnehmer zu Teilnehmer teilweise erheblich, weil jeder seine persönliche Sichtweise in seine Bilder einfließen lassen konnte. Der Umgang mit der Ausrüstung und die Fähigkeit, Motive zu sehen, verbesserte sich von Tag zu Tag. Am Anfang brauchte man schon mal bis zu zehn Minuten, um Stativ, Kamera, Objektiv, Fernauslöser, Filterhalter, Filter zu montieren. Spätestens am dritten Tag ging es deutlich sicherer und schneller. Die Technik trat für mich so in den Hintergrund und ich konnte mich viel besser auf die Bildkomposition konzentrieren. Auf den Färöer-Inseln wird es im Sommer nicht richtig dunkel. Nach Sonnenuntergang herrscht ein seltsames, schattenloses Zwielicht, das die Landschaft sehr ungewohnt aussehen läßt. Ein Nebeneffekt war, dass ich nicht richtig müde wurde. Es war ja immer hell. Unabhängig von der nicht gefühlten Müdigkeit, waren wir jeden Tag etliche Stunden an der frischen Luft. So schlich sich dann doch gegen Ende der Reise eine tiefe Mattigkeit in den Körper. Die Kameradschaft, die intensive Auseinandersetzung mit neuen Motiven und die Freude über gelungene Landschaftsfotografien haben die Reise für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

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