Bild des Monats: Kölner Dom und Hohenzollernbrücke

Bild des Monats: Kölner Dom und Hohenzollernbrücke

Bild des Monats Oktober 2018: Kölner Dom und Hohenzollernbrücke

Das Bild des Monats Oktober ist ein Klassiker, den man schon oft gesehen hat: Kölner Dom und Hohenzollernbrücke. Eigentlich – aber doch nicht ganz… denn an diesem Abend war der Dom wegen einer Lichtinstallation auf seiner südlichen Fassade nur sehr sparsam beleuchtet. Dadurch entsteht für mich der besondere Reiz des Bildes: Der Dom ist beleuchtet, aber eben nur sehr schwach. So steht er nicht wie ein schwarzer Berg im Bild, sondern schimmert leicht und die unzähligen Details des Bauwerks kann man mehr erahnen als sehen. Das läßt den Dom sehr geheimnisvoll aussehen.

Sehr prominent wirkt nun aber die Hohenzollernbrücke. Normalerweise dient sie trotz ihrer Mächtigkeit und bunten Beleuchtung nur dazu, den Blick auf den Dom zu lenken, der immer das Hauptsubjekt darstellt. In diesem Bild kehren sich die Rollen um: Die Brücke steht im Mittelpunkt und der Dom schließt das Bild nach hinten ab.

Die technischen Daten der Aufnahme:

  • Kamera: Fuji X-T3
  • Objektiv: Fuji XF 16-55/2.8@38mm
  • Stativ, Fernauslöser
  • Belichtungszeit: 60 Sekunden
  • Blende: 11
  • ISO 160

Bildbearbeitung

Die Bildbearbeitung erfolgt diesmal ausschließlich in Lightroom. Allerdings musste ich das Bild vorher mit dem Iridient X-Transformer ins DNG-Format umwandeln, da Lightroom in der aktuellen Version die RAW-Dateien der brandneuen Fuji X-T3 noch nicht lesen kann.

Zur DNG-Umwandlung gibt es nichts besonders zu berichten, da ich den X-Transformer mit den Standardeinstellungen benutze.

In Lightroom habe ich – wie meistens – erstmal geschaut, was mir die automatische Tonwertkorrektur (Button „Autom.“ im Entwicklungs-Modul) vorschlägt. Mit dem Ergebnis war ich schon sehr zufrieden, habe die Parameter aber noch verfeinert und insbesondere durch eine Erhöhung von Klarheit und Dynamik ein wenig mehr Schwung ins Bild gebracht.

Auf eine Schärfung und Rauschreduzierung habe ich verzichtet, weil ich mit dem Ergebnis bereits sehr zufrieden war.

Am Ende habe ich das Bild noch am linken und unteren Rand leicht beschnitten, um die Größe der leeren Wasserfläche im linken Vordergrund etwas zu reduzieren.

Gefällt Euch das Bild „Kölner Dom und Hohenzollernbrücke“? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Bild des Monats: Dockland

Bild des Monats: Dockland

Neue Rubrik „Bild des Monats“

Auf meiner Website gibt es nun die neue Rubrik „Bild des Monats“. Jeden Monat werde ich ein Bild veröffentlichen und einiges zu seiner Entstehung schreiben: Wann, wo und warum wurde es aufgenommen, was ist das Besondere am Motiv? Wie bin ich an die Komposition herangegangen und was ging mir dabei durch den Kopf? Fehlen dürfen natürlich nicht Hinweise zur Bildbearbeitung.

Mit dem „Bild des Monats“ möchte ich meine Herangehensweise an die Landschaftsfotografie und den Umgang mit manueller Belichtung und mit Filtern zugänglich machen.

Und natürlich freue ich mich auf Fragen und Kritik!

Dockland

Fangen wir also an! Das Bild des Monats September heißt „Dockland“ nach dem gleichnamigen Ort im Hamburger Hafen. Dockland ist ein modernes, verglastes Bürogebäude in der Form eines Schiffes. Es ist von aussen frei zugänglich. Von oben hat man einen wunderbaren Ausblick über den Hafen, die Elbe und die Hamburger Skyline. An lauen Sommerabenden ist das „Oberdeck“ stark frequentiert von Touristen, Selfie-Fotografen und vielen Leuten, die einfach nur die schöne Aussicht genießen möchten.

Zusammen mit Silvia Grimpe von Silly Photography war ich an einem schönen Abend im August 2018 in Hamburg unterwegs und sie zeigte mir den besten Blick auf dieses Motiv. Vielen Dank dafür! :-)

Komposition

Das Gebäude ist entlang der Elbe genau in West-Ost-Richtung ausgerichtet. Die Sonne ging an diesem Spätsommerabend bereits deutlich im Nordwesten unter. Also beschlossen wir, die Sonne in Form ihres Spiegelbildes an der Gebäudefassade mit ins Bild zu nehmen. Das Wasser war leider ein wenig unruhig, aber ich hoffte, durch die Verwendung eines ND-Filters ein wenig Ruhe ins Bild und in die Wasseroberfläche zu bekommen.

Schön an diesem Tag war, dass die Federwolken zwar langsam aber doch in die richtige Richtung zogen. Die Spitze des vom Gebäude gebildeten Parallelogramms zeigte in die Zugrichtung der Wolken und in Richtung des Sonnenuntergangs, was die Komposition sehr stimmig machte. Der ND-Filter verwischte zudem die Wolkenbewegung ein wenig.

Bei der Aufnahme verwendete ich zudem einen GND-Filter, der etwa 45 Grad nach rechts gekippt war, um den doch noch sehr hellen Bereich des Sonnenuntergangs abzudunkeln. Ohne Filter wäre der Motivkontrast viel zu hoch gewesen.

Hier nun die technischen Daten der Aufnahme:

  • Kamera: Fuji X-T2
  • Objektiv: Fuji XF 10-24/4
  • Stativ, Fernauslöser
  • Haida ND 3.0
  • Lee GND 0.9 soft
  • Belichtungszeit: 60 Sekunden
  • Blende: 16
  • ISO 200

Bildbearbeitung

Bekanntlich bearbeite ich meine Bilder (fast) ausschließlich in Adobe Lightroom. Manchmal, so auch bei diesem Bild, kommen auch noch die Nik-Filter zum Einsatz. Doch dazu später mehr.

Unten nun das Bild, wie es aus der Kamera kam, ohne jegliche Bearbeitung sowie daneben das Histogramm.

Man sieht, dass die Komposition zwar stimmig ist, aber man erkennt auch folgende Mängel:

  1. Leichte Unterbelichtung: Die 60 Sekunden Belichtungszeit waren zu wenig. Aber da die Lichter bei der Fuji sehr schnell ausfressen, belichte in der Regel zwar nach rechts (ETTR), aber eher defensiv. Denn ausgefressene Lichter kann man in der Bearbeitung nicht retten, wohl aber lassen sich leicht zu dunkle Tiefen sehr gut aufhellen.
  2. Farbstich: Der automatische Weißabgleich hat die Farbstimmung sehr ins orange, fast bräunliche verschoben.
  3. Kontrast: Das Bild möchte ich als insgesamt flau bezeichnen, was mir ebenfalls nicht gefällt.
  4. Im Vordergrund trieb ein Stück Holz im Wasser. Durch die Langzeitbelichtung verschwamm es zu einem dunklen Fleck und im Himmel hinterliess ein Vogel eine verwischte Spur. Diese Artefakte wollte ich im finalen Bild nicht haben.

Aber ich wusste ja, wie es dort zum Zeitpunkt der Aufnahme aussah und wie ich mich gefühlt habe. Genau diese Stimmung habe ich durch die Bildbearbeitung wieder hergestellt.

Zunächst habe ich in Lightroom die automatische Tonwertkorrektur angewandt. Damit starte ich eigentlich bei den meisten Bildern. Danach tastete ich mich an meinem gewünschten Bildeindruck heran. Ich habe hier keine feste Vorgehensweise. Normalerweise arbeite ich die Regler des Entwickeln-Moduls von Lightroom oben nach unten durch. Einzig mit dem Regler „Dunst entfernen“ bin ich immer etwas sparsam, weil der Effekt schnell ziemlich heftig wirkt.

Danach entfernte ich mit dem Stempelwerkzeug die unerwünschten Artefakte im Bild.

Um dem Bild noch ein wenig mehr „Wumms“ zu geben, bearbeitete ich es anschließend im „Brilliance/Warmth“-Filter von Nik, wo ich im Wesentlichen den Farbstich entfernte und den dynamischen Kontrast (mit den gleichnamigen Reglern) erhöhte. Abschließend entrauschte ich das Bild in Nik Dfine. Fertig.

Habt Ihr weitergehende Fragen zur Bildbearbeitung? Ich freue mich auf Eure Nachrichten!

 

Weiterführende Links

Auch der Zufall hat seine Berechtigung

Auch der Zufall hat seine Berechtigung

Können durch Zufall gute Bilder entstehen? Welchen Raum dürfen wir dem Zufall überhaupt geben?

Das sind interessante Fragen, die mich schon seit einiger Zeit beschäftigen. In diesem Artikel möchte ich darauf eingehen, meine Sicht der Dinge darstellen und zu einer Diskussion anregen.

Wie geht Landschaftsfotografie?

Wenn Landschaftsfotografen unter sich sind, ist oft von Planung und guter Vorbereitung die Rede. Das Wetter ist wichtig, die Wolken, die Gezeiten. Makrofotografen und Wetterfotografen interessieren sich auch für den Wind, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Wo stehen die Sterne, wo der Mond?

Das alles sind Fragen, die zweifellos wichtig sind für die Vorbereitung guter Landschaftsbilder. Neben der eigenen Erfahrung und dem Austausch mit Gleichgesinnten gibt es viele Internet-Ressourcen und Apps, die für die Planung herangezogen werden können.

Und wenn dann alles passt und alle Vorhersagen hoffentlich auch eingetreten sind, steht man an einer traumhaften Location hinter dem Stativ, drückt genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Auslöser und macht das perfekte Bild – oder auch nicht.

Nicht? Aber wir haben uns doch so gut vorbereitet…

Ganz einfach: Weil das Leben und damit auch die Fotografie komplex sind und zu einem guten Bild eben mehr gehört als nur das Berücksichtigen von vorher gemessenen physikalischen Größen.

Entstehen gute Bilder nur mit viel Planung?

Eine angemessene Planung ist eine wichtige, aber keinesfalls die einzige Zutat, aus denen unser Gericht besteht. Und sogar wenn wir diese Zutat weglassen, kann das Ergebnis sehr schmackhaft sein.

Das Titelbild ist ein Beispiel dafür, dass auch der Zufall schöne Ergebnisse hervorbringen kann.

Das Bild ist eines Morgens im Mai 2018 entstanden, kurz bevor ich zur Arbeit aufbrechen wollte. Mit der Kaffeetasse in der Hand stand ich in meinem Wohnzimmer und sah, wie sich die aufgehende Sonne ihren Weg durch den Nebel bahnte, der über den Rheinwiesen wallte.

Eigentlich hatte ich gar keine Zeit, aber das Motiv war so schön und auch flüchtig, dass ich schnell das Telezoom auf die Kamera schraubte und vom Balkon aus eine Reihe von Bildern machte. Dabei konnte ich natürlich meinen Standort nicht groß variieren, das Stativ lag im Kofferraum meines Autos und an Filter dachte ich in diesem Augenblick auch nicht. Nur eben ein paar Bilder im Hoch- und im Querformat…

In der Bildbearbeitung musste ich das Bild croppen, da es mir ein wenig an Brennweite fehlte. Die anschließende Bearbeitung in Adobe Lightroom hielt sich mit einer Erhöhung der Klarheit (+40), der Dynamik (+20), der Belichtung (+0,50) sowie dem Entrauschen in Nik DFine in Grenzen. Herausgekommen ist ein stimmungsvolles Bild, dass sich sehen lassen kann.

Den Zufall planen?

„Schmeiß‘ den Plan weg und überlasse alles dem Zufall!“ wäre sicher die falsche Botschaft für Landschaftsfotografen. Denn durch gute Planung entstehen gute Bilder, auch bei mir. Aber es können auch ohne Planung gute Bilder entstehen.

Und bitte nicht falsch verstehen – und jetzt werde ich spitzfindig: Die Aussage ist nicht, dass Planlosigkeit gute Bilder hervorbringt! Denn „Planlosigkeit“ ist nicht das Gegenteil von „ohne Planung“.

„Ohne Planung“ gute Bilder machen können ist die Fähigkeit, eine unvorhergesehene Situation als gute Gelegenheit für ein Bild überhaupt zu erkennen, sich darauf einzulassen und dann intuitiv ein gutes Bild entstehen zu lassen.

Drei Schlüsselfähigkeiten

Diese Fähigkeit kann man sich aneignen. Sie besteht aus „Sehen“, „Wollen“ und „Beherrschen der Ausrüstung“. Das „Sehen“ setze ich mit Kreativität gleich. Diese kann man üben, es gibt viele Kreativitätstechniken (was für ein Wort!), wie z.B. die Verwendung der „Bigger Picture Cards“ oder der Karten von Inspiracles.

Das wichtigste ist aber, zu fotografieren. Ja, genau! Fotografieren, insbesondere das Sehen, lernt man durchs Fotografieren und durch das Betrachten, Auswerten und Besprechen seiner eigenen und der Bilder anderer Fotografen.

Das „Wollen“: Natürlich braucht es den Willen oder die Lust, Bilder zu machen. Die Freude an schönen Bildern und nicht die Technikverliebtheit ist eine weitere wesentliche Grundvoraussetzung. Als ich von meinem Wohnzimmer aus den Sonnenaufgang gesehen habe, hätte ich mir auch denken können „Och nö, das lohnt sich nicht. Ich hab ja kein Stativ zu Hand und ich muss gleich zur Arbeit und vom Balkon aus fotografieren geht gar nicht…. Mimimi…“ Dann wäre mir ein schönes Bild entgangen. Aber ich WOLLTE das Bild!

Woher bekommt man den Willen? So genau weiß ich das auch nicht, aber ich glaube, dass Erfolgserlebnisse diesen Willen nähren. Je mehr Bilder ich mache, mit denen ich zufrieden bin, desto mehr neue Bilder will ich machen.

Und zu guter Letzt ist es wichtig, seine Ausrüstung zu kennen und blind zu beherrschen. Dazu habe ich vor einiger Zeit einen Artikel geschrieben, der unten verlinkt ist.

Fazit

Schließen möchte ich diesen Artikel mit einem Zitat aus dem Buch „Antifragilität: Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen“ von Nassim Nicholas Taleb: „Wir sind im Großen und Ganzen besser, wenn wir handeln, als wenn wir denken […]“.

Gehen wir ein bisschen weniger verkopft an die Landschaftsfotografie heran. Denn es ist schade, wenn durch zu viel Nachdenken haufenweise gute Gelegenheiten ungenutzt an einem vorbeiziehen.

Weiterführende Links

* Bei den Links handelt es sich um sog. Affiliate-Links: Wenn Du einen Link klickst, wirst Du zu Amazon weitergeleitet, wo Du den vorgestellten Gegenstand direkt kaufen kannst. Ich bekomme dafür von Amazon eine kleine Provision, aber der Artikel verteuert sich für Dich dadurch nicht. Durch Deinen Klick unterstützt Du mich bei der Weiterentwicklung dieser Website. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei Dir!

Sonnenaufgang an der Bopparder Rheinschleife

Sonnenaufgang an der Bopparder Rheinschleife

Guten Morgen!

Schon länger hatte ich vor, den Sonnenaufgang an der Bopparder Rheinschleife zu fotografieren. Am letzten Wochenende war es dann so weit. Die Wetterbedingungen waren günstig und gemeinsam mit zwei Fotokollegen bin ich nach Boppard aufgebrochen.

Die Sonne sollte um 06.24 Uhr aufgehen, doch richtig interessant ist oft die Zeit vor Sonnenaufgang. Also waren wir bereits um kurz nach 05.00 Uhr vor Ort. Zuvor hatten wir uns die Nacht an der Burg Eltz um die Ohren gehauen, aber das ist eine andere Geschichte ;-)

Es war noch dunkel, als wir das Restaurant Gedeonseck erreichten, von dem aus man den sagenhaften Ausblick hat. Der Biergarten ist übrigens echt klasse, war aber leider um diese Zeit noch geschlossen.

Zur besseren Nachvollziehbarkeit der Bildentstehung habe ich die Bildbearbeitung ein wenig genauer beschrieben.

 

Das Fotomotiv und Aufnahmetechnik

Die Rheinschleife bei Boppard ist die größte Schleife des Rheins. Sie wird Bopparder Hamm genannt und nach ihr ist auch die relativ bekannte linksrheinische Weinlage benannt. Steht man oben am Rand des Biergartens, so hat man einen wunderbaren Blick über den Rhein und die rechtsrheinischen Orte Felsen und Osterspai und im rechten Bereich auf die Stadt Boppard. Der Blick geht nach Osten, also ist die Location mindestens eine hervorragende Sonnenaufgangslocation. Aber auch abends, besonders wenn der Herbst das Weinlaub bunt gefärbt hat, ist der Ort einen Ausflug wert.

Die Location schreit förmlich nach einem Panorama. Ein Blick auf die Karte verrät, dass diese einen Winkel von etwa 120 Grad umfassen sollte. Bei solchen Motiven bin ich dazu übergegangen, das Bild aus mehreren Einzelbildern zusammenzusetzen. Eine andere Variante ist ja die Verwendung eines Weitwinkelobjektivs mit entsprechend kurzer Brennweite. Mein Fuji XF10-24/4 deckt bei 10 Millimetern Brennweite einen Bildwinkel von gerade mal 110 Grad ab. Das wäre schon eng geworden. Zudem hätte ich am oberen und unteren Rand des Bildes einiges abschneiden müssen, um auf das „panoramagerechte“ Format von 2:1 zu kommen. Dabei hätte ich zu viel an Bildauflösung verloren.

Das Bild entstand dann gegen 06.20 Uhr kurz vor Sonnenaufgang. Ich machte mit Unterstützung meines Panoramakopfes insgesamt neun Aufnahmen mit folgenden Einstellungen:

  • Brennweite 16 mm
  • Blende 5.6
  • Belichtungszeit 0,4 Sekunden
  • ISO 200

Vorne am Objektiv reduzierte ein Reverse GND 0.6 Filter die hellen Bereiche links über dem Horizont ein wenig und sorge für eine ausgewogene Belichtung der Einzelbilder.

Für die Panoramaprofis unter den Lesern meines Blogs: Mein Panoramakopf ist selbstgebaut aus Novoflex-Teilen, die ich nicht mehr benötige, aber auch nicht hergeben mag:

  • Kameraplatte QPL1
  • Panoramaplatte PANORAMA=Q
  • Kameraplatte QPL4
  • Schnellwechselplatte Q=MOUNT

Diese Konstruktion reicht für meine Zwecke vollkommen aus.

Bildbearbeitung

Die Einzelbilder habe ich in Lightroom zunächst einmal auf dieselbe Farbtemperatur von 5600 Kelvin gebracht, weil ich bei der Aufnahme vergessen hatte, von Automatischem Weißabgleich auf eine feste Farbtemperatur umzustellen. Aber bei RAW-Bildern ist so eine Korrektur ja zum Glück hinterher noch problem- und verlustlos möglich.

Danach hat Lightroom für mich die Bilder zu einem zylindrischen Panorama zusammengerechnet.

Die nächsten Schritte waren:

  1. Entfernen eines Kondensstreifens im linken oberen Bereich des Bildes mit dem Bereichsreparaturwerkzeug
  2. Anpassen der Grundeinstellungen des Bildes
  3. Betonung des Himmels und der Wolken mit dem Verlaufsfilter
  4. Beschneiden auf das Endformat von 2:1

Die Grundeinstellungen des Bildes passte ich in Lightroom wie folgt an:

  • Farbtemperatur 9600 Kelvin
  • Tönung +15 (Richtung Violett)
  • Belichtung -0,5
  • Lichter +4
  • Tiefen +20
  • Weiß +10
  • Schwarz 0
  • Klarheit +20
  • Dunst entfernen +15
  • Dynamik +23
  • Sättigung +9

Zusätzlich legte ich zur weiteren Anhebung des Kontrastes eine leichte S-förmige Gradationskurve auf das Bild.

Der Himmel gefiel mir schon sehr gut, doch ich wollte die Wolken noch stärker betonen. Dazu legte ich einen Verlaufsfilter in den Himmel der am Horizont mit einem relativ harten Übergang Ende und stellte darin folgende Werte ein:

  • Temperatur -34
  • Belichtung +0,5
  • Klarheit +30
  • Dunst entfernen +11

Das Bild ist weder geschärft noch entrauscht.

Fazit

Hier ist mit wenig Aufwand ein sehr schönes Landschaftspanorama vom Sonnenaufgang an der Bopparder Rheinschleife entstanden. Die vor Ort vorherrschende Stimmung konnte ich einfangen und durch die Bildbearbeitung noch besser herausarbeiten, ohne gleich einen Farbeimer über dem Bild auszukippen.

Das Endergebnis hat eine Auflösung von etwa 53 Megapixeln und ist damit auch für sehr große Ausdrucke geeignet. Es macht Spaß, hineinzuzoomen und sich die vielen Details anzusehen. Mit einem Einzelbild wäre das nur mit einer Kamera mit einem wesentlich hochauflösenderen Sensor möglich gewesen.

Ach ja: Strenggenommen müsste der Artikel heißen „Kurz vor Sonnenaufgang an der Bopparder Rheinschleife“ :-)

 

Weiterführende Links

Reisebericht Bretagne 2018

Reisebericht Bretagne 2018

Du bist verrückt!

Dieser Gedanke schlich sich am Abend vor meinem Start in die Bretagne in meinen Kopf. Was war geschehen?

Über Ostern 2018 wollte ich wieder einmal die Bretagne bereisen. Diesmal sollte es eine Soloreise sein. Ich wollte mal allein sein und mich voll und ganz auf die Fotografie konzentrieren. Die Unterkunft war gebucht und ein Auto war gemietet. Ein Auto? Mit dem Auto in die Bretagne? Allein? Das sind gute 1100 km von meinem Wohnort aus! Genau daher kam der fragende Gedanke, ob ich denn nicht verrückt geworden bin…

Doch der Reihe nach. Viel Spaß mit meinem Reisebericht Bretagne 2018!

Die Planung

Ziel war es, vom 29. März bis zum 2. April einige Locations an der Atlantikküste zu bereisen und schöne Landschaftsbilder von Leuchttürmen, dem Wetter, der Brandung etc. zu machen. Auch wollte ich mir mal den Schiffsfriedhof in Camaert-sur-Mer ansehen. Folgende Locations hatte ich auf der Agenda:

  • Leuchtturm Le Petit Minou
  • Leuchtturm an der Pointe de Kermorvan
  • Pointe Saint Mathieu
  • Pointe de Toulinguet
  • Leuchtturm auf der Île Vierge
  • Fort de Bertheaume
  • Pointe de Pen-Hir
  • Schiffswracks in Camaret-sur-Mer
  • Ortschaft Le Conquet

Manch einer ahnt, dass ich es nicht geschafft habe, die Liste komplett abzuarbeiten…

Aber ich hatte den Mond und die Gezeiten auf meiner Seite: Zur Zeit meines Aufenthalts war Vollmond und damit die Flut recht hoch. Die der Scheitel der Flut kam etwa gegen 06.00 Uhr und 18.00 Uhr, für die meisten Locations genau richtig.

Mit meiner Unterkunft, die ich ich bei booking.com gebucht hatte, habe ich einen Volltreffer gelandet: Das Studio indépendant chez l’habitant in der 10 rue Madame in Brest ist ein kleines günstiges Appartement, das ich nur empfehlen kann.

Es geht los…

Nachdem ich am Vortag alles gepackt hatte, klingelte am Gründonnerstag der Wecker um 04.00 Uhr morgens. Da ich vor solchen Reisen sowieso immer nicht so richtig schlafen kann, war ich schnell wach. Duschen, einen Kaffee, das Mietauto beladen und dann ging es um 20 Minuten vor fünf los.

Mein flinker Hirsch :-) , ein gemieteter VW Polo hatte kein eingebautes Navi, also behalf ich mir mit dem Smartphone und Google Maps. Insgesamt 1067 Kilometer sollten es sein bis zu Unterkunft in Brest. Google veranschlagte knappe 11 Stunden dafür. Also los.

Zunächst In Richtung Aachen und ab nach Belgien. Die netten belgischen Verkehrsteilnehmer fallen ja immer dadurch auf, dass sie bis an die Stoßstange des Vordermannes heranfahren und so war ich froh, als ich kurz vor acht Uhr bei Hensies die Grenze nach Frankreich überquerte. Das markante Betongebilde ähm… das „Monument Signal“ von Jacques Moeschal direkt an der Grenze ist weithin sichtbar und für mich immer ein schönes Zeichen, dass es in den Urlaub geht.

Dann ging es vorbei an Valenciennes und Amiens zur Pont de Normandie. Jedesmal, wenn ich über die Brücke fahre, bin ich beeindruckt von den Abmessungen und der Aussicht.

Mein kleiner Polo schlug sich tapfer, aber es fehlten ihm doch ein paar Pferdestärken. Aber in Frankreich sollte man sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten und so war auch das kein Problem. Zumal die Franzosen, anders als die Belgier, sehr zivilisierte Autofahrer sind.

Vorbei am Mont-Saint-Michel und ich war in der Bretagne – endlich! Rechts konnte ich nun schon das Meer sehen. Wunderbar! Kann man eigentlich Meer-süchtig werden?

Das letzte Stück des Weges zog sich dann doch ein wenig, aber ziemlich genau wie von Google vorgesagt kam ich gegen 16.30 Uhr in Brest an.

Die Vermieterin erwartete mich bereits und ich konnte schnell mein schmuckes, kleines Selbstversorger-Appartement beziehen.

Le Petit Minou

Nur ein paar Kilometer westlich von Brest steht einer der schönsten Leuchttürme der Bretagne: Le Petit Minou. Das war mein Ziel für den ersten Abend. Im August 2017 war ich zum letzten Mal da und hatte deshalb schon eine Vorstellung von der Location.

Es war schön ruhig, nur das allgegenwärtige Rauschen der Brandung war zu hören. Ich war allein und das war gut so. Da bis zum  Sonnenuntergang noch ein wenig Zeit war, sah ich mir die Location und die verschiedenen Fotostandpunkte nochmal in aller Ruhe an.

Nach ein paar Aufnahmen unten von den Felsen und oben vom Dach des Bunkers aus fing es an zu regnen. Keine Überraschung, denn das hatte der Wetterbericht vorhergesagt. Also setzte ich mich einige Zeit ins Auto und wartete. Eine gute Gelegenheit, endlich mal etwas zu essen…

Nachdem der Regen vorbeigezogen war, ging ich wieder zum Leuchtturm. Die Sonne stand nun schon tief, war aber leider von dunstigen Wolken verdeckt. Das orangefarbene Leuchten unter dem Brückenbogen würde heute nicht zu sehen sein.

Inzwischen waren zwei weitere Fotografen, jeweils mit nicht-fotografierender Partnerin dazu gekommen. Einer davon war ein sehr netter, recht gesprächiger Engländer. Der andere antwortete auf die Frage nach seiner Herkunft nur „I’m russian!“. Sonst nichts.

Gegen 22.00 Uhr, die Sonne war vor gut einer Stunde untergegangen, machte ich mich auf den kurzen Rückweg. Zurück in der Unterkunft dann das typische Fotoreisen-Prozedere: Akkus laden, Bilder aufs Notebook importieren und auf eine externe Festplatte sichern und eine erste Sichtung vornehmen. Erstes Urteil: Noch keine Poster, aber der Anfang war schonmal gemacht!

An der Pointe Saint Mathieu

Nach einer kurzen Nacht (Einschlafen gegen 23.30 Uhr, Aufstehen um 05.30 Uhr) fuhr ich zur Pointe Saint Mathieu. Leider regnete es stark, so dass ich nach einem kurzen Stop an der Pointe Saint Mathieu nach Le Conquet weiterfuhr und mir erstmal in einer Bäckerei ein Croissant und ein Pain au Chocolat holte. Lecker…

Nach dem kleinen Frühstück hatte der Regen aufgehört, aber auf Grund der Wolken gab es am Himmel leider kein Feuerwerk zum Sonnenaufgang. Einige Zeit lief ich nun am Weg entlang, der entlang der Klippen nach Osten führt und sah mir einige mögliche Fotostandpunkte für später an.

Mit ein wenig Geklettere auf den nassen Felsen – unten rauschte das ablaufende Wasser – fand ich ein paar für mich neue und sehr interessante Spots.

Zufrieden mit der Ausbeute des Vormittags machte ich Mittags bei inzwischen allerbestem Sonnenschein einen Abstecher zur Pointe de Kermorvan. Auf dem alten Gemäuer oberhalb des Leuchtturms machte ich eine sehr entspannte Mittagspause mit Salami, Käse, Oliven und Baguette. Fast nebenbei entstanden auch ein paar schöne Bilder. Das Wasser stieg inzwischen wieder und am Fuß des Leuchtturmes von Kermorvan rauschte es förmlich. Ich habe versucht, die sehr starke Strömung in einer Langzeitbelichtung einzufangen.

Im Anschluß machte ich einen Abstecher in die schöne Ortschaft Le Conquet mit ihrem alten Gemäuer und den Hafenanlagen.

Dann zurück zur Pointe Saint Mathieu. Nun noch ein wenig in der warmen Frühlingssonne entspannen und zusehen, wie das Licht am späten Nachmittag langsam golden wird.

Nun ging es los: Ich arbeitete alle Spots ab, die ich mir bei der Erkundung am Vormittag zurechtgelegt hatte. Die Flut hatte ihren Scheitel erreicht und das Wasser stand genau richtig. Durch das teilweise stürmische Frühlingswetter war auch richtig Bewegung im Wasser. Die Brandung donnerte und die Gischt spritzte meterhoch. Es war eine Freude!

Und am Ende des Tages wurde es dann serviert, das lang erwartete Feuerwerk am Abendhimmel.

Ab an die Nordküste

Für den Samstagmorgen hatte ich mir das Fort de Bertheaume vorgenommen. Ein kurioser Ort: Auf einem Felsen steht ein altes Fort, das durch eine kurze Brücke mit dem Festland verbunden ist. Leider fiel auch an diesem Tag der Sonnenaufgang dem Regen zum Opfer und als sich die Wolken verzogen hatten, stand die Sonne schon zu hoch. Also blieb es für dieses Mal bei ein paar Beweisfotos mit dem Smartphone.

Dann bin ich zum Phare de l’Île Vierge gefahren, um zu sehen, ob ich mit dem Motiv etwas anfangen kann. Der Leuchtturm ist ein reines Flutmotiv. Bei Ebbe steht er langweilig in einer Sand- und Steinwüste herum. Aber auch als Flut-Motiv sprach mich das Motiv nicht so an, als dass ich die Stunden bis zur Flut warten wollte.

Also weiter zum Phare de Pontusval. Hier war ich im letzten Jahr schon einmal und der schöne kleine Leuchtturm hat es mir damals echt schwer gemacht. Aber als ich ankam, ging der Wind so stark, dass der Sand nur so durch die Luft flog. Langsam ging es bergab mit meiner Laune…

Ach, fährste mal nach Roskoff, ins Zentrum der Zwiebeln. Eine schöne kleine bretonische Stadt mit Hafen und allem was dazugehört. Aber Zwiebeln habe ich nur an einem Touristenkiosk gesehen…

Na gut, zurück in Richtung Brest. Aber wohin dann? Während der Autofahrt dachte ich mir, dass ich es noch einmal am Petit Minou versuchen könnte. Vorgestern, bei meinem ersten Besuch, hat es ja ohne Ende geregnet. Der Wetterbericht verhieß Gutes. Aber was heißt das schon in der Bretagne, wo sich das Wetter minütlich ändert.
Aber alles passte! Der Himmel riss auf, die Sonne leuchtete, kurz bevor sie unterging und der Brückenbogen wurde in goldenes Licht getaucht. Ich konnte endlich die Bilder machen, die mir schon lange vorschwebten.

Ja! Das Leben ist schön! ☺️

Regen

Der letzte Tag meines Urlaubs führte mich auf Halbinsel von Crozon. Ich wollte dort die Pointe de Pen-Hir, den Schiffsfriedhof in Camaret-sur-Mer und eine für mich neue Location, die Pointe de Toulinguet fotografieren.

Wer in die Bretagne fährt, der weiß, dass man sich nicht auf einen langfristigen Wetterbericht verlassen kann und dass es besonders im Frühjahr öfter mal ausgiebig regnet. Und so auch am Ostersonntag. Nach dem langen Weg auf die Halbinsel war ich dann auch etwas enttäuscht. Also nahm ich mir zuerst den Schiffsfriedhof vor. Es war Ebbe, daher konnte ich bis an die Schiffsrümpfe herangehen und schöne Details einfangen. Das triste Wetter passte gut zu den verrottenden Wracks.

Dann ging es zur Pointe de Pen-Hir, wo ich feststellen durfte, dass das gleiche Wetter herrscht wie damals am 16.08.2017, als ich mit Phototours4U da war.

Plötzlich eine Regenpause. Also schnell raus auf die nassen und rutschigen Felsen und Fotografieren! Was und wo hatte ich mir vorher schon ausgedacht. Klettern ist hier aber gefährlich, es geht schnell etliche Meter senkrecht hinunter ins Meer. Etwa eine Stunde hatte ich Zeit, bevor mich ein heftig einsetzender Regen wieder ins Auto trieb. Dort gab erstmal ein leckeres Ostersonntagsmenü.

Danach fuhr ich zur Pointe de Toulinguet, aber das Wetter war inzwischen so schlecht, dass ich nicht mal mehr aus dem Auto ausstieg. Der Himmel hatte ein einheitliches Graukarten-Grau angenommen und ich entschied ich mich, zurück nach Brest zu fahren.

Fazit

Am Ostermontag trat ich dann nach vier ereignisreichen Tagen die Heimfahrt an. Sie verlief völlig problemlos, von Oster-Rückreiseverkehr zum Glück keine Spur…

Das war er, mein Solotrip in die Bretagne. Ich liebe diese Ecke der Welt. Und deshalb kann mich auch das schlimmste Wetter nicht davon abhalten, recht bald mal wiederzukommen.

Allein unterwegs zu sein, hat mir sehr gut gefallen. Ich habe meine Gedanken dazu in einem eigenen Blogartikel zusammengefasst, den ich vor kurzem veröffentlicht habe.

Ach ja… warum bin ich mit dem Auto gefahren und nicht geflogen? Dafür gibt es im wesentlichen zwei Gründe:

  • Die Entscheidung für diese Reise fiel relativ kurzfristig. Es wäre schwierig gewesen, über Ostern noch einen günstigen Flug zu bekommen. Und einen Mietwagen hätte ich vor Ort ja trotzdem benötigt.
  • Aus dem Rheinland fliegt man am besten ab Düsseldorf. In Paris ist immer Umsteigen angesagt. Ich wäre von Haustür zu Haustür sehr wohl ein wenig schneller gewesen. Aber den Stress mit Umsteigen wollte ich mir diesmal nicht antun.

Hat Dir mein Reisebericht Bretagne 2018 gefallen? Warst Du schonmal in der Bretagne? Wie hat es Dir gefallen? Hast Du Tipps für geniale Fotolocations in der Bretagne? Dann lass gerne einen Kommentar hier. Ich freue mich darauf!

Fotoreisen – Allein oder besser in der Gruppe?

Fotoreisen – Allein oder besser in der Gruppe?

Nach vielen Fototouren, davon einige allein, manche zu zweit und wieder andere in mehr oder weniger großen Gruppen habe ich mir mal Gedanken gemacht, was besser ist: Fotoreisen – Allein oder besser in der Gruppe?

Folgende Kategorien habe ich bei meinen Überlegungen herangezogen:

  • Planung
  • Spaßfaktor
  • Lernen
  • Flexibilität
  • Konzentration und Effizienz
  • Kosten

[su_table responsive=“yes“]

SoloreiseGruppenreise
PlanungGanz klar: Wenn Du allein reist, musst Du bei der Planung keine Rücksicht auf andere nehmen. Allerdings kann es sein, dass Du durch den fehlenden Austausch mit anderen einige Locations übersiehst.Planst Du eine Fotoreise gemeinsam mit anderen, musst Du auf die Bedürfnisse der anderen Gruppenmitglieder Rücksicht nehmen. Sei es, dass man bestimmte Locations in den Plan mit aufnimmt oder die Reise sich nicht so anstrengend gestaltet, d.h. jeden Tag sehr früh raus und abends sehr spät ins Bett. Das geht nicht mit jedem und je größer die Gruppe, desto schwieriger wird es, es allen Recht zu machen.

Das gilt natürlich auch für bezahlte Reisen, wo Du Dich einem vorgegeben Plan unterordnen musst. Gute Reiseanbieter wie z.B. Phototours4U lassen aber stets Spielraum für die Ideen und Bedürfnisse der Reiseteilnehmer.

SpaßfaktorFalls Du Dich sich selbst gut leiden kannst, hast Du auch allein eine Menge Spaß! Das ist kein Witz! Manche Menschen ertragen es nicht, eine zeitlang mit sich allein zu sein und keinen kontakt zu anderen Menschen zu haben.

Als ich von meiner kurzen Soloreise in die Bretagne erzählt habe, war das für manche meiner Bekannten unvorstellbar, auch nur vier Tage allein zu sein.

In einer Gruppe, wenn sie denn zusammenpasst, gibts auch immer Spaß. Entweder vor Ort an der Location oder bei gemeinsamen Unternehmungen am Abend etc. Voraussetzung ist natürlich, dass die Zusammensetzung der Gruppe stimmt…

Auch hier gilt: Falls Du die Reise selbst planst, mache keine Kompromisse bei der Zusammensetzung der Gruppe. Nimm keine Leute mit, um ihnen einen Gefallen zu tun, von denen Du aber weißt, dass sie nicht in die Gruppe passen. Und ein guter Reiseanbieter nimmt auch nicht jeden mit.

LernenFotografierst Du allein, bekommst Du ich keine Tipps und auch keine Kritik. Auch gibt es keinen „Wettbewerb“ und keinen Austausch von Erfahrungen. Das kann unter Umständen dazu führen, dass Du unter Deinen Möglichkeiten fotografierst, weil der Ansporn fehlt.In einer guten Gruppe gibt es Austausch und faire Kritik. Das spornt an und lässt Dich während des Fotografierens lernen und erweitert Deine Fähigkeiten. Das betrifft sowohl den Austausch über fotografische Themen und gemeinsame Bildbesprechungen als auch den unvermeidlichen „Gear-Talk“.
FlexibilitätBist Du allein, kannst Du sehr flexibel auf das Wetter oder andere Bedingungen reagieren. Und wenn es Dir an einer Location besonders gut gefällt, bleibst Du dort nicht nur drei Stunden, sondern den ganzen Tag.

Oder Du fährst am nächsten Tag nochmal hin.

Diesen Grad an Flexibilität hast Du nur, wenn Du allein bist.

In der Gruppe folgst Du meistens einer mehr oder weniger festen Planung, die Du gemeinsam mit den anderen festgelegt hast oder die vom Reiseveranstalter vorgegeben wird. Klar, zu jeder Location hat man einen Plan B in der Tasche.

Aber völlige Freiheit ist eben nicht möglich, da sich die Gruppenmitglieder ja auf die Planung eingestellt haben und sich darauf verlassen möchten.

Konzentration und EffizienzFotografierst Du allein, kannst Du Dich voll und ganz auf die Location konzentrieren. Du bist ist nicht abgelenkt und nutzt die verfügbare Zeit optimal aus.

Das ist für mich ein wesentlicher Punkt, der das allein reisen so schön macht!

Die Kehrseite vom Spaß, den man in einer Gruppe hat ist, dass in aller Regel auch viel gequatscht wird. Das führt dazu, dass Du Dich nicht genügend auf die Location konzentrierst. Egal, ob Du andere „störst“ oder von anderen „gestört“ wirst…
KostenDu bezahlt alles selbst: Unterkunft, Mietauto, Kraftstoff. Punkt.Bei selbst organisierten Reisen kannst Du Dir zumindest die Kosten für Unterkunft, Mietauto und Kraftstoff mit anderen teilen. Gerade bei Reisen in nordeuropäische Länder ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil!

[/su_table]

 

Das war jetzt meine ganz persönliche Meinung über Solo- und Gruppenreisen. Allerdings habe ich keinen Favoriten. Gruppenreisen, egal ob selbst organisierte oder bezahlte machen Spaß und erweitern den Horizont, aber Soloreisen sind ebenfalls sehr reizvoll. Mir macht es Spaß, mal ein paar Tage mit mir allein zu sein. Aber ich freue mich auch riesig auf die kommenden Reisen zusammen mit anderen Fotofreunden.

Wenn Du mal allein reisen willst, nur Mut! Alle Informationen, die Du dazu brauchst, sind im Internet frei verfügbar oder Du bekommst sie, wenn Du fragst. Trau Dich einfach!

Jetzt bin ich gespannt auf Eure Meinungen und Erfahrungen. Reist Ihr lieber allein oder in der Gruppe? Lasst es mich wissen und hinterlasst gerne einen Kommentar! :-)