LEE-Filter: Story mit Happy End

LEE-Filter: Story mit Happy End

In diesem Artikel möchte ich eine kleine Geschichte erzählen, die mir kürzlich passiert ist. Es geht dabei um einen Kundenservice, wie man ihn sich besser nicht vorstellen kann.

Igitt, ein rosa Farbstich!

Als Landschaftsfotograf nutze ich seit dem Umstieg auf Fuji die GND- und den Polarisationsfilter des englischen Herstellers LEE. Als ich damit im Jahr 2018 in der Bretagne am Meer fotografierte, ist mir zum ersten Mal ein kräftiger rosa Farbstich aufgefallen, den ein LEE GND-Filter im Himmel erzeugt hat. In der Nachbearbeitung konnte ich diesen zwar größtenteils entfernen, aber das Ergebnis war insgesamt unbefriedigend. Bei vorherigen Touren zu den Lofoten oder in die Bretagne habe ich diesen Fehler komischerweise nicht bemerkt.

Wechsel des Filteranbieters?

Parallel zu meiner Erfahrung werden seit dem letzten Jahr die Filter von Haida ziemlich gehyped. Insbesondere die neuen, sehr guten (und sehr teuren) Filter der Red Diamond-Serie haben viele meiner Fotokollegen zu einem Wechsel angeregt. Nachdem ich mit den LEE-Filtern nicht zufrieden war, tendierte auch ich zu einem Wechsel des Herstellers.

Allerdings kostet so ein Wechsel ziemlich viel Geld. Mit Filterhalter, Adapterringen, Polarisationsfilter, verschiedenen GND- und ND-Filtern ist man schnell etliche hundert Euro los. Dazu konnte ich mich noch nicht ganz überwinden.

LEE, wir müssen reden!

Also habe ich erst mal das getan, was man als unzufriedener Kunde immer tun sollte: Mit dem Hersteller Kontakt aufnehmen.
Eine E-Mail an den Support von LEE wurde sehr schnell beantwortet. Ich wurde um eine exakte Fehlerbeschreibung sowie um ein paar Beispielbilder gebeten. Daraufhin entspann sich ein sehr freundlicher und aufschlussreicher Dialog mit einem sehr kompetenten Mitarbeiter von LEE. Danach dauerte es gar nicht lange, bis er mir anbot, meine fehlerhaften Filter einzusenden, um sie neu einfärben („redying“) zu lassen.

Wie das erneute Einfärben funktionieren sollte und ob dieser Weg erfolgreich sein würde, konnte ich mir erst mal überhaupt nicht vorstellen. Nach ein wenig Suche im Internet bin ich auf ein schönes Video von Mike Browne gestoßen, in dem der Herstellungsprozess der LEE-Filter genau erklärt wird.

Nachdem ich das Video gesehen hatte, war mir auch klar, wie das Einfärben funktioniert: Sie werden einfach nochmal in die „Brühe“ getaucht.

Nebenbei bemerkt: LEE ist einer der wenigen Hersteller, die noch Resin als Basismaterial für GND-Filter verwenden. Andere Hersteller sind dazu übergegangen, verschiedene Gläser zu verwenden. Die optischen Eigenschaften beider Materialien sind hervorragend. Was am Ende besser ist, weiß ich nicht, denn beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile: So ist Glas kratzfester, aber auch viel bruchempfindlicher. Als Landschaftsfotograf fallen einem die Filter ja nicht auf einen Teppich, sondern zwischen die Steine. Und da zerlegt es auch die modernen, angeblich unkaputtbaren Glasfilter. Andererseits lassen sich Glasfilter gut beschichten, so dass sie wasserabweisend und damit leichter zu reinigen sind.

Im Dialog mit LEE

Per Mail habe ich dann noch meinen Ansprechpartner bei LEE gefragt, ob sich durch das Einfärben an den optischen Eigenschaften der Filter, also der Gradation oder der Filterstärke, etwas ändern würde. Das wurde aber verneint.

Also verpackte ich die Filter gut und sandte sie zu LEE nach England. Es handelte sich um sechs GND-Filter: 0.6, 0.9 und 1.2 jeweils in soft und hard. Der Austauschprozess sollte etwa zwei Wochen dauern.

Überraschung!

Und jetzt kommt’s: Nach ein paar Tagen erhielt ich eine E-Mail, in der mir angekündigt wurde, dass meine sechs eingesandten Filter kostenfrei gegen neue Filter ausgetauscht würden und dass diese bereits auf dem Weg zu mir seien. Diese gute Nachricht machte mich erstmal sprachlos.

Die neuen Filter kamen nach ein paar Tagen an. Ich war sehr gespannt, aber aufgrund des Wetters dauerte es ein wenig, bis ich sie testen konnte.

Ein Vorher-Nachher-Vergleich war mir leider nicht möglich, da ich die alten Filter ja zu LEE geschickt hatte.

Und natürlich konnte ich die Situation, wie sie in der Bretagne vorgeherrscht hatte, zu Hause nicht exakt nachstellen. Der rosafarbene Stich trat meistens auf, wenn der Himmel leicht bedeckt war und sich die Sonne knapp außerhalb des Frames befunden hatte. Solch eine Situation passte ich ab und verbrachte dann eine längere Zeit auf dem Balkon, um die neuen Filter mit meinen Kameras (Fuji X-T2 und X-T3), verschiedenen Objektiven, Brennweiten und Blendenwerten zu testen. Insbesondere machte ich auch Langzeitbelichtungen in Kombination mit meinen ND-Filtern von Haida. Der LEE-Mitarbeiter, mit dem ich mich ausgetauscht hatte, vermutete nämlich anfangs, dass der Sensor der Fuji-Kameras empfindlicher gegen Infrarotlicht ist als andere Sensoren, was sich ja besonders bei Langzeitbelichtungen bemerkbar macht. Im übrigen veränderte ich beim Test auch die Position der Kamera relativ zur Sonne, so dass diese mal mehr, mal weniger nah an der Bildkante war. Im Ergebnis konnte ich nur bei zwei Bildern einen sehr schwachen Farbstich erkennen.

Der erste richtige Test der neuen Filter kam dann während einer Fototour nach Norwegen. Hier hatte ich alle erdenklichen Testbedingungen zur Verfügung. Ergebnis: Kein Farbstich! Weder bei Kurzzeit- noch bei Langzeitbelichtungen, weder mit, noch ohne gleichzeitig eingeschobenem ND-Filter.

Fazit

Im Ergebnis konnte ich feststellen, dass die neuen Filter nun sehr farbneutral sind. Einen schwachen rosafarbenen Stich konnte ich in Kombination mit Haida ND-Filtern nur einmal reproduzieren., ohne ND-Filter überhaupt nicht. Perfekt!

Für mich bedeutet das, dass ich bei LEE bleiben werde.

Mein Fazit: Wenn Ihr unzufrieden seid, sprecht die Hersteller an! Ihr spart Euch vielleicht eine Menge Geld und versetzt die Hersteller in Lage, ihre Produkte zu verbessern.

Weiterführende Links

Hier ein paar Links zu LEE-Filters:

Bild des Monats: Warnscale Head

Bild des Monats: Warnscale Head

Bild des Monats Januar 2019: Warnscale Head

Das Bild des Monats Januar ist gleichzeitig das letzte der Fotoreise in den Lake District, die ich zusammen mit Reinold Gober unternommen habe. Es zeigt den wunderschönen Blick vom Warnscale Head über das Warnscale Tal bis hinunter zum Lake Buttermere. Im Hintergrund erkennt man auch noch einen weiteres See – Crummock Water.

Zu diesem Bild gibt es eine kleine Geschichte: Reinold und ich wollten vom Honister Pass aus aufsteigen, um eine alte Steinhütte namens Warnscale Bothy zu finden, die in unserem Foto-Reiseführer als Location-Tipp genannt war. Nachdem wir uns erstmal in der Kantine der Honuster Slate Mine mit einem richtig leckeren Bacon-Brötchen gestärkt hatten, ging es hoch. Zunächst wanderten wir im Zickzack steil bergauf und dann etwas flacher, aber eine gefühlte Ewigkeit auf einem kerzengeraden Weg in Richtung des ersten Zwischenziels, Dubb’s Hut. Dubb’s Hut ist eine aus dem hier allgegenwärtigen Schiefer erbaute und gut ausgestattete Schutzhütte. Es gab dort auch einen Brunnen, der frisches, wohlschmeckendes und eiskaltes Wasser spendete.

Nun sollte es nicht mehr weit sein bis zu unserem Ziel. Wir gingen weiter und weiter aber irgendwann schlich sich das komische Gefühl ein, dass irgendwas nicht stimmt. Wir sollten schon längst am Ziel sein!

Nach einer kurzen Beratung trennten wir uns. Ich ging weiter bis zum Blackbeck Tarn, einem kleinen See mitten in einem Hochtal. Reinold erkundete die Gegend weiter Nordostwärts.

Nach etwa einer halben Stunde trafen wir uns wieder, Warnscale Bothy hatten wir aber nicht gefunden. Die Sonne stand nun schon recht tief und der Himmel lies auf ein schönes Abendspektakel hoffen. Wir entschieden uns, die Hütte zu vergessen und suchten uns stattdessen eine alternative Location. Auf einem Felsen am Warnscale Head fanden wir einen Punkt, von dem aus man den Eingangs beschriebenen wunderbaren Ausblick hatte.

Der Himmel spielte mit und die nach Süden ziehenden Wolken färbten sich langsam. Wir hatten einige Zeit, um vieles auszuprobieren. Teilweise lies die tief stehende Sonne die Berghänge hinter uns in purem Gold erstrahlen und die Wolken zauberten schnell wechselnde Muster in die Landschaft. Wir genossen jede Minute!

Mein Lieblingsbild an dieser Location ist definitiv keine Langzeitbelichtung. So eine habe ich auch gemacht, aber im direkten Vergleich hat das hier gezeigte Bild gewonnen.

Wie immer hier erstmal die technischen Daten:

  • Kamera: Fuji X-T3
  • Objektiv: Fuji XF 10-24/4@11mm
  • Stativ, Fernauslöser
  • Belichtungszeit: 1/4 Sekunde
  • Blende: 11
  • ISO 160

Auch dieses Bild habe ich zunächst mit dem Iridient X-Transformer in eine dng-Datei konvertiert und dann in Lightroom weiterbearbeitet. Die folgenden Screenshots zeigen die Einstellungen:

Bei der Bildbearbeitung versuche ich immer mehr, mich auf das Wesentliche zu beschränken. So auch bei diesem Bild. Eine erste Version, die aus meiner Sicht scheinbar fertig bearbeitet war, gefiel mir nach ein paar Wochen überhaupt nicht mehr. Die Bearbeitung erschien mir viel zu kräftig. Also habe ich das Bild auf die Grundeinstellungen zurückgesetzt und neu angefangen. Mit dem jetzigen Ergebnis bin ich nun ziemlich zufrieden…

Weitere Bilder unserer wunderbaren Reise in den Lake District findet Ihr in der Galerie „Lake District„.

Gefällt Euch das Bild? Ich freue mich auf Eure Kommentare. 🙂

Jahresrückblick 2018

Jahresrückblick 2018

2018 war für mich ein tolles Jahr, nicht nur in fotografischer, sondern auch in vielerlei anderer Hinsicht. Hier soll es aber um die Fotografie gehen.

Viele Reisen haben mein Jahr 2018 geprägt. Los ging es im Februar mit einem Kurztrip nach London. Ich liebe diese Stadt, ich liebe die Briten und ich finde es sehr schade, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach die EU verlassen werden. Trotzdem werde ich ihnen weiter die Treue halten.

Übers Osterwochenende habe ich einen Solotrip in die Bretagne unternommen. Wie ihr wisst, mag ich auch die Bretagne sehr gerne. Trotz recht durchwachsenen Wetters habe ich die Tour sehr genossen. Das schöne ist, ich kann mich immer noch gut leiden, auch nachdem ich mal ein paar Tage mit mir allein verbracht habe.

Im Juni ging es dann zum ersten Mal nach Korsika. Wir hatten ein schönes Hotel in der Nähe von Calvi im Norden der Insel. Bei unseren Ausflügen nahmen wir uns die wilde Westküste und das Asco-Tal im Landesinneren vor. Kosika ist auch so eine Ecke, zu der ich sicher nochmal zurückkehren werde.

Im Juni war es dann in fotografischer Hinsicht etwas ruhiger. Allerdings habe ich mit lieben Fotofreunden ein paar schöne Tagestouren unternommen.

Der August war geprägt von einem supertollen Kurztrip in die Bretagne im Bulli zusammen mit Christian Ohlig.

Im September fand das zweite Treffen des Art4Earth-Syndikats in Marpingen statt, wo ich wieder ein paar sehr nette Leute endlich auch persönlich kennenlernen durfte. Vorher trieben wir uns wieder ein wenig im Pfälzer Wald herum, der ja von erstklassigen Fotolocations nur so wimmelt.

Es ist sehr schön, dass über die Jahre hinweg ein großes Netzwerk an Fotobekanntschaften entstanden ist, das sich nun nicht mehr nur über Deutschland, sondern auch in andere europäische Länder erstreckt.

Im Herbst stand dann noch zweimal die britische Insel auf dem Plan. Zuerst Anfang Oktober die Isle of Skye (Reisebericht) und Ende Oktober der Lake District. Diese beiden Reisen waren meine absoluten Jahreshöhepunkte. Und nochmal: Auch wenn die Briten die EU verlassen, ich bleibe ihnen treu und werde noch öfter nach England und Schottland reisen.

Mein Fazit aus 2018: Schön war’s und so kann es in den nächsten Jahren weitergehen.

Natürlich sind auch eine Menge Bilder entstanden, von denen mir einige auch ziemlich gut gefallen. Ich halte es wie Ansel Adams, der mal gesagt haben soll, das 12 Bilder pro Jahr eine gute Ausbeute sind. Hier also meine persönlichen Favoriten des Jahres 2018:

Was steht nun im kommenden Jahr an? Natürlich wieder eine Menge an Fotoreisen! Was bisher geplant ist:

  • Januar/Februar: Nordnorwegen
  • Februar: Madrid
  • April: Lofoten
  • Juni: Kopenhagen
  • Juni: Färöer-Inseln
  • … to be continued…

Ich bin mir sicher, dass ich wieder mit ein paar schönen Bildern im Gepäck heimkommen werde.

Abschließend danke ich allen Freunden, den Freunden meiner Fotografie, denen, die sich die Mühe gemacht haben, hier einen Kommentar hinterlassen und allen, die mir im abgelaufenen Jahr die Treue gehalten haben. Danke für Eure Freundschaft! Ich habe jede Minute mit Euch genossen!

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch und viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr!

Bild des Monats: Loughrigg Fell

Bild des Monats: Loughrigg Fell

Bild des Monats Dezember 2018: Loughrigg Fell

Im Oktober 2018 durfte ich zwei wunderbare Fotoreisen nach Großbritannien unternehmen. Die erste ging nach Schottland auf die Isle of Skye und die zweite führte mich zusammen mit meinem Fotokollegen Reinold Gober nach Nordengland in den Lake District. Von dort, genauer gesagt vom Loughrigg Fell, stammt auch das Bild des Monats Dezember.

Diese Location war eine der Highlights unserer Reise. Wir hatten uns vorgenommen, zum Sonnenaufgang dort zu sein. Da wir aber die Location noch nicht kannten, suchten wir sie bereits am Vortag auf, um den besten Kamerastandpunkt zu finden. Die Wegstecke vom Parkplatz war kurz, aber die Steigung teils ziemlich heftig. Als wir oben ankamen, waren wir ziemlich durchgeschwitzt.

Aber es hat sich gelohnt! Wir wurden mit einer wunderbaren Aussicht belohnt, sowohl am Vortag als auch am Morgen darauf.

Die Morgensonne beleuchtete die Landschaft, die sich ein intensives buntes Herbstkleid angelegt hatte, so dass sie in allen Farben erstrahlte. Es war ein wahrer Augenschmaus! Ich wollte in meinem Bild beide Seen haben und da die Wolken recht langsam zogen, belichtete ich zwei Minuten.

Nachdem wir unsere Bilder gemacht hatten, blieben wir noch eine Weile und genossen die schöne Aussicht, bevor wir uns in unserem Campingsbus ein leckeres Frühstück schmecken ließen.

Die technischen Daten der Aufnahme:

  • Kamera: Fuji X-T3
  • Objektiv: Fuji XF 16-55/2.8@23mm
  • Stativ, Fernauslöser
  • Belichtungszeit: 120 Sekunden
  • Blende: 5,6
  • ISO 160

Zur Bildbearbeitung schreibe ich diesmal nichts, da ich meine Bilder meistens auf dieselbe Art bearbeite. Solltet #ihr trotzdem Fragen zur Bearbeitung haben, beantworte ich diese natürlich sehr gern.

Gefällt Euch das Bild des Monats Dezember? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Reisebericht Isle of Skye 2018

Reisebericht Isle of Skye 2018

Auf zur Isle of Skye

Vor etwa einem Jahr beschlossen mein Fotobuddy Silke Schüttler (wie lautet eigentlich die weibliche Form von Fotobuddy?) und ich, eine Fotoreise zur Isle of Skye zu unternehmen.

Die Isle of Skye ist eine schottische Insel, die nordwestlich der britischen Insel liegt und die größte der Inneren Hebrideninseln ist. Das Klima dort ist als eher rau und atlantisch zu bezeichnen. Nach früheren Reisen auf die Färöer-Inseln, die Lofoten, in die Bretagne und an andere spannende Orte sollte es diesmal also die Isle of Skye sein.

Als Reisezeit suchten wir uns den Herbst aus, da wir zum einen auf eine bunte Vegetation und zum anderen auf interessantes Wetter hofften. Beides sollte uns geboten werden…

Schottland zeigt uns, was Wetter ist…

Die Anreise erfolgte zunächst per Eurowings-Flug von Düsseldorf nach Glasgow. Von dort ging es per Mietwagen weiter zum endgültigen Ziel Portree, der Hauptstadt der Isle of Skye. Auf der etwa 330 km langen Fahrt zeigte uns das schottische Wetter, was es kann. Es regnete in Strömen, auf den Straßen stand teilweise das Wasser und es wehte ein heftiger und böiger Wind, als wir am Loch Lomond entlang und später durch Glencoe fuhren.

An einem ersten Zwischenhalt an einem Wasserfall stiegen wir trocken aus und nach nichtmal einer Minute patschnass wieder ein, hatten aber einen ersten Eindruck davon gewonnen, wie sich das Wetter anfühlt.

Ein zweiter geplanter Halt am Eilean Donan Castle fiel sprichwörtlich ins Wasser. Lediglich ein paar Erinnerungsbilder mit dem Smartphone konnten wir machen, bevor uns der Regen wieder ins Auto trieb. Auch war es schon spät, und wir wollten endlich „unsere“ Insel erreichen.

Erstmal ausschlafen

Nach einer langen Fahrt über teils sehr schlechte Straßen mit tiefen Schlaglöchern trafen wir gegen 21.00 Uhr an der Unterkunft in Portree ein. Dort erwartete man uns schon und wir schnell unsere Zimmer beziehen konnten.

Die erste Nacht war kurz, da wir uns für den Sonnenaufgang die alte steinerne Brücke in Sligachan vorgenommen hatten. Die Brücke und die Gegend Drumherum sollte unsere Aufwärmlocation sein. Bei mir ist es immer so, dass ich auf einer Fotoreise erstmal ankommen muss. Raus aus dem Flieger und sofort ran an die Location funktioniert nicht. Und so war es gut, dass wir morgens frisch und ausgeschlafen an der Brücke standen und diese erstmal in Augenschein nehmen konnten.

Es ist immer richtig spannend für mich, eine Location das erste Mal wirklich zu erleben, nachdem ich sie vorher in Google Maps und Co. ausführlich erforscht habe.

Tag 1: Sligachan

In Sligachan erlebten wir die unvergleichliche Kombination aus Geologie, Vegetation und Klima zum ersten Mal hautnah: Auch wenn es nicht regnet, es ist überall Wasser… einfach überall. Von den Bergen fließen etliche Bäche und Flüsse, die die Höhenmeter in kleinen oder größeren Wasserfällen zurücklegen und zu Tal sprudeln. Der Boden ist weithin bedeckt mit Gras. Grasland, das festen Boden vortäuscht, in Wirklichkeit aber mit Wasser getränkt ist. Man kann ohne weiteres bis zu den Knien einsinken, wenn man nicht aufpasst. Und des Wetter ist nicht unfreundlich, aber intensiv: Es regnet, die Sonne scheint, es ist warm, kalt, windig, windstill (dann schwirren einem schnell die letzten Midges vor dem Gesicht) und am Himmel treiben die Wolken schnell dahin und erzeugen ein wunderbares Lichterspiel auf Gras, Wasser und Bergen.

Es war alles da, was ich mir als Landschaftsfotograf wünsche!

Am bekanntesten ist sicherlich die alte steinerne Brücke von Sligachen. Sie lockt Scharen von Fotografen an, die dann mit bunten Klamotten munter in der Gegend herumturnen und die man später in fast jedem Bild findet. Geht man aber ein paar hundert Meter an einem der beiden Flüsse – Sligachan River und Allt Dearg Mor – entlang, dann ist man plötzlich ganz allein und wird überwältigt von einer großen Zahl wunderbarer Fotomotive. Im Hintergrund dräuten immer die mächtigen und dunklen Gipfel der Cuillin Hills und im Vorder- und Mittelgrund Wasserfälle, Flussbiegungen, einsame Bäume, Tümpel im Grasland… einfach alles, was sich das Fotografenherz wünscht.

Wir trieben uns einige Stunden herum und machten viele schöne Bilder. Leider setzte am frühen Nachmittag ein stärkerer Dauerregen ein, bei dem das Fotografieren nicht mehr allzu viel Spaß machte. Grund genug, die Segel zu streichen, zurück in die Unterkunft zu fahren und nach einer kleinen Einkaufstour eine Bestandsaufnahme des ersten Tages zu machen.

Fazit von Silke und mir: Diese Insel ist der Hammer!

Sligachan Bog

Tag 2: Talisker Distillery und Neist Point

Am zweiten Tag unserer Reise war das Wetter noch immer sehr schlecht. Der Regen des Vortages hielt noch an und so beschlossen wir, uns eine Führung in der Talisker Distillery zu gönnen. Von Portree zur Schnapsbrennerei sind es etwa 28 Kilometer, die wir in etwas mehr als einer halben Stunde zurücklegten. Die Distillery liegt ein wenig unzugänglich am Ende einer engen steilen Straße am Ufer des Loch Harport. Wir waren natürlich nicht die einzigen Gäste, aber der Andrang war nicht so groß, wie wir es angesichts des schlechten Wetters erwartet haben. 

Beim Kauf der Tickets durften wir wieder die liebenswerte pedantisch-schrullige Art mancher Briten erleben: Als wir bezahlt hatten, sah der Herr, der uns die Tickets verkauft hatte mit ernster Miene mehrere Sekunden auf seine Armbanduhr. Danach schaute er uns mit noch ernsterem Blick an und verkündete: „Your tour will begin in … [Pause] … sixteen minutes!“. Nicht in einer Viertelstunde, sondern in genau sechzehn Minuten. Herrlich!

Leider durften wir im Inneren der Distillery nicht fotografieren, aber am Ende der Tour gab es das obligatorische Mini-Tasting. Danach waren wir bereit für neue Abenteuer.

Nach dem Besuch der Brennerei wollten wir uns den Talisker Beach ansehen, aber es regnete so stark und der Himmel war komplett und gleichmäßig grau verhangen, dass wir uns von dieser Idee verabschiedeten.

Da fiel mir ein, dass ich ein paar Tage zuvor im Internet einen Landschaftsfotografen namens Russell Sherwood gefunden hatte. Russell hat eine schöne Galerie und schreibt auf seiner Homepage (https://skyescapegallery.zenfolio.com), dass er sich auf Besucher freut. Wir beschlossen, ihm einen spontanen Besuch abzustatten.

Nach 32 Kilometern Fahrt durchs verregnete Niemandsland kamen wir in Altvaid bei Russells Galerie an. Russell war da, ließ uns ein und zeigte uns seine Bilder. Es entwickelte sich ein wunderbares Gespräch und wir hatten das Gefühl, als würden wir uns schon länger kennen. Russell verriet uns ein paar Tipps über das Fotografieren auf Skye. Insbesondere verkündete er, dass es eigentlich gar kein Fotowetter gibt, sondern dass auf Skye alle Motive bei jedem Wetter fotogen sind. Davon mag man nun halten, was man will, aber diese Behauptung motivierte uns derart, dass wir trotz des immer noch strömenden Regens beschlossen, zum nahe gelegenen Neist Point zu fahren.

Dort angekommen hörte der Regen prompt auf und obwohl der Himmel noch immer grau war, konnten wir ein paar wunderbare und ruhige Bilder von der Halbinsel und dem Leuchtturm machen. Dank des durchwachsenen Wetters waren wir auch ziemlich allein an der Location.

Wir hielten uns bis zum späten Nachmittag am Neist Point auf und traten dann den Rückweg nach Portree an. Dabei nahmen wir nicht den Weg über Sligachan, sondern bogen in Bracadale links ab und fuhren auf der B885 nach Portree. Es ging bergauf und bergab durch eine komplett menschenleere oder besser zivilisationsfreie Gegend. Inzwischen wurde es dunkel und es zog auch Nebel auf, so dass wir nicht allzu schnell fahren konnten. Wegen der ab und zu überraschend aus dem Nebel auftauchenden Schafe und der schlechten Straße wäre das zu gefährlich gewesen. Abgesehen davon war es ein wenig gruselig, und es drängte sich die Frage auf, was wir wohl bei einer Autopanne machen würden. Keine Menschen, keine Telefonzelle, kein Handyempfang… nichts.

Letztendlich erreichten wir Portree und nach den obligatorischen Fotografentätigkeiten wie Akkus laden, Bilder importieren, Filter reinigen etc. trafen wir uns in der Lounge unserer Unterkunft zum Abendessen und anschließendem Fachsimpeln.

Neist Point

Tag 3: Old Man of Storr und Elgol

Der dritte Tag sollte der erste Höhepunkt werden. Wir hatten uns für die erste Tageshälfte den Old Man of Storr, den markanten und weithin sichtbaren spitzen Felsen vorgenommen. Vor dem Aufstieg fuhren wir ans Ufer des Loch Fada, von wo aus man einen schönen Blick über die Wasserfläche und den dahinter thronenden Old Man of Storr hat.

Der Wetterbericht verhieß nur Gutes und so standen wir am Ufer auf sehr weichem und wabbeligem Untergrund und warteten auf den Sonnenaufgang. Und als er kam, fingen die Berggipfel an, in goldenem Licht zu leuchten Der Wind wehte stark und trieb die Wolken über den Himmel, so dass sich ein atemberaubendes Licht- und Schattenspiel auf den Bergen ergab. Das sind die Momente, in denen ich immer nicht weiß, ob ich vor Freude schreien oder einfach nur andächtig die Klappe halten soll.

Nun ging es zum Old Man of Storr. Der Parkplatz war schon gut gefüllt, als wir ankamen und der Wind hatte sich fast zu einen Sturm entwickelt. Zum Glück wehte er bergaufwärts, was uns den Aufstieg ein wenig erleichterte. Da die Zeit schon fortgeschritten war und die Sonne zu steigen begann, gaben wir mächtig Gas und erreichten den ersten Aussichtspunkt, von dem man den Old Man in der klassischen Ansicht auf den Sensor bannen konnte. Der Wind war mittlerweile extrem stark, so dass wir die Stativbeine nicht auszogen und weit abspreizten. Trotz der widrigen Bedingungen ist mir auch eine Langzeitbelichtung gelungen.

Später bin ich dann noch zum oberen Aussichtspunkt aufgestiegen und habe „mein“ Bild von Old Man of Storr gemacht. 

Nach dem Abstieg fuhren wir ins südlicher Richtung nach Elgol. Auf dem Weg hielten wir ein paarmal an, denn die „Road to Elgol“ ist unter Fotografen bekannt als ein El Dorado unzähliger Motive. Es war einfach herrlich. Wir kamen kaum vorwärts, weil wir alle paar Meter anhielten, nein anhalten mussten, um Bilder zu machen.

An die vielen Schafe, die auch gerne mal mitten auf der Straße stehen, hatten wir uns ja schon gewöhnt. Aber als wir kurz vor Elgol um eine Kurve fuhren stand ein wunderschönes zotteliges Hochlandrind auf der Straße. Seine Kollegen hielten sich etwas abseits, aber „unser“ Rind stand im allerbesten Licht der tief stehenden Sonne und graste gemütlich vor sich hin. Keine Frage, dass wir anhielten. Silke wollte dem Tier ein paar Kunststücke beibringen, lies aber schnell davon ab, als es sich auf Silke zu in Bewegung setzte :-)

Endlich erreichten wir Elgol, das kleine Fischerdorf mit dem schönen Strand, dem Blick auf die Black Cuillins und dem Honeycomb Rock. Während Silke sich den markanten Felsen vornahm, ging ich etwas weiter nach hinten, weil ich mir als Hintergrund die Black Cuillins ausgesucht hatte.

Es waren einige Fotografen unterwegs und vier oder fünf drängten sich auf einer ins Meer abfallenden Felsplatte, die zusammen mit der Brandung einen wunderbaren Vordergrund abgab. Die Fotografen rutschten ein wenig zusammen, als ich ankam, was mich sehr gefreut hat. Insgesamt haben wir in Schottland ausschließlich sehr gute Erfahrungen mit anderen Fotografen gemacht. Alle waren ausnahmelos sehr freundlich, keiner baute sich vor einem auf oder machte abfällige Bemerkungen.

Der Rückweg zum Parkplatz war mir leider versperrt, da die Flut inzwischen aufgelaufen war und so musste ich einen kleinen Umweg über den Berg machen, um mich wieder mit Silke zu treffen. Als wir in der Dunkelheit zurückfuhren, waren wir glücklich und zufrieden. Auch Tag 3 war ein voller Erfolg!

Tag 4: Quiraing und eine Rundreise

Der Quiraing ist eine Gegend nördlich von Portree mit steil abfallenden Felskanten und Berghängen und vielen Landschaftsfotografen ein Begriff.  Laut Wikipedia kommt der Name Quiraing aus dem Altnordischen Kvi Rand und bedeutet Gerundete Falte. Das wohl bekannteste Motiv dort ist der kleine dürre Baum, der in einer engen Felsspalte wächst. Diesen wollten wir natürlich auch fotografieren und machten uns bei Dunkelheit auf den Weg.

Rechtzeitig zur Morgendämmerung waren wir da und hatten noch genügend Zeit, um vom Parkplatz aus zur Location zu gehen. Da wir das erste Mal da waren, fanden wir den Baum, bzw. das Bäumchen auch nicht auf Anhieb. Wir liefen ein wenig herum und plötzlich rief Silke „Ich hab ihn!“.

Die Spalte, in der der Baum wächst, ist enger, als es die Fotos, die wir gesehen haben vermuten ließen. Wir hatten Mühe, unsere Stative und uns selbst in die Spalte zu klemmen und eine ordentliche Komposition zu erzielen. Der Himmel belohnte uns aber wieder mit einem echten Feuerwerk und bald hatten wir unsere ersten Poster auf der Speicherkarte.

Nachdem die Pflicht erledigt war, liefen wir noch etwa zwei  Kilometer auf dem nach Nordost führenden Wanderweg entlang und konnten so immer wieder neue Blicke auf die wunderbare Landschaft werfen. Die Sonne stieg langsam höher und die ziehenden Wolken bescherten uns auch an diesem Morgen ein überwältigendes Lichtspiel auf der Landschaft, in der sich leuchtende Grasflächen und rote Bereiche, bestehend aus abgestorbenem Farn, abwechselten.

Am späten Vormittag trübte es sich ein und bald fielen die ersten Regentropfen. Da waren wir aber schon wieder am Parkplatz und hatten uns auf dem Gaskocher einen Kaffee bzw. Tee zubereitet. Zusammen mit ein paar Müsliriegeln war das unser Frühstück oder besser die Belohnung, die wir uns nach dem erfolgreichen Tagesauftakt gönnten.

Inzwischen stauten sich auf dem Parkplatz Kleinbusse, die scharenweise asiatische Urlauber herankarrten. Deren Motto lautete: Schnell raus aus dem Bus, schnell ein Bild mit dem Selfie-Stick gemacht, schnell wieder rein in den Bus, schnell wieder weg.

Da es nun stärker regnete, entschieden wir uns, den Norden der Insel mit dem Auto zu erkunden. Wir fuhren zunächst auf der nach Westen führenden Straße weiter, bis wir die kleine Hafenstadt Uig erreichten. Von dort aus starten einige Fährverbindungen zu den äußeren Hebrideninseln Harris und North Uist. Von den Hängen oberhalb der Stadt hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Meeresbucht vor Uig und die Inselgruppe der Ascrib Islands.

Nun ging es weiter nach Norden. Bald erreichten wir Duntulm Castle, eine alte Burgruine, die hoch oben auf einem steil ins Meer abfallenden Fels thront. Da es inzwischen Mittag und das Licht alles andere als perfekt war, beließen wir es bei ein paar Handyfotos und der festen Absicht, irgendwann mal bei besserem Licht wieder herzukommen.

Nach Duntulm Castle, dem „straßenmäßig“ nördlichsten Punkt der Insel wandten wir uns in Richtung Portree und entdeckten auf der Weiterfahrt die wahrscheinlich nördlichste Telefonzelle der Isle of Skye. Sie steht einsam und verlassen an einer Abzweigung, funktioniert aber! Was man spontan belächelt ergibt schnell Sinn, dann wenn man auf sein Handy schaut, stellt man fest, dass es in dieser verlassenen Gegend keinen Empfang gibt.

Wir fuhren weiter in zurück in Richtung Portree, vorbei an einigen Locations wie Staffin Bay oder dem Kilt Rock Wasserfall. Auch diese haben wir uns auf der ToDo-Liste für den nächsten Besuch notiert.

Zurück in der Unterkunft durften wir feststellen, dass sich auch dieser Tag mächtig gelohnt hat.

Tag 5: Road to Elgol

Bereits vor zwei Tagen waren wir begeistert von der Motivfülle, die sich einem entlang der Straße nach Elgol bieten. Da an diesem Tag das Wetter etwas durchwachsen war, beschlossen wir, den Weg nochmal zu nehmen. Wir mussten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo sein und hatten so eine Menge Zeit, um sehr oft anzuhalten.

Los ging es aber mit einem Schock, als uns kurz nach der Abfahrt aus Portree in einer Linkskurve ein Belgier auf der falschen Straßenseite entgegenkam. Gut, dass ich schon wach war, sonst hätte es wahrscheinlich fürchterlich gekracht.

Der Wind wehte in heftigen Böen, Regenschauer peitschten über das Land und am Himmel flogen die Wolken. Kurz vor Sligachan stoppten wir das erste Mal, um ein paar Bilder von dem sich bietenden Naturschauspiel zu machen. Im weiteren Verlauf der Fahrt in Richtung Elgol konnten wir auf vielen weiteren Stopps eine Menge Motive einsammeln. 

Die Isle of Skye erschlägt einen mit Motiven. Man steigt an einer Location aus, macht Bilder, schaut in die Gegend und entdeckt die nächste gute Möglichkeit. Geht man dorthin, sieht man eine weiteres Motiv in nicht allzweiter Entfernung. Man kann sich förmlich totfotografieren. 

Das galt an diesem Tag insbesondere für die Gegend um Kilbride und Torrin, wo wir eigentlich nur einen einsamen Baum fotografieren wollten. Dann entdeckten wir in der Nähe einen Wasserlauf mit Wasserfällen, ein paar Meter flußaufwärts noch mehr einsame Bäume und weitere Wasserfälle, und ein kleines Stück weiter… Fotografieren kann zur Sucht werden!

Some lovely trees on the road to Elgol

Tag 6: Fairy Pools

Am letzten Tag unserer Reise suchten wir die legendären Fairy Pools auf. Ich muss immer lachen, wenn Leute von „totfotografierten“ Motiven sprechen oder davon, dass sie nur „frische“ Motive fotografieren. Falls das stimmt – was ich stark anzweifle – dann ist die Gegend um den Fluß mit dem schönen Namen Allt Coir a’Mhadaidh mausetotfotografiert und alles andere als frisch. Aber es ist und bleibt eine eindrucksvolle und wunderschöne Landschaft. Die riesige, weite Senke mit den mächtigen und fast schon drohenden Black Cuillins-Bergen und dem markanten Gipfel des Bruach na Frìthe lassen einen ehrfürchtig und demütig werden. Es ist dieser majestätischen Landschaft völlig egal, wenn Horden kleiner Fotografen in ihr herumwimmeln und ihre Bilder machen. Na ja, ganz egal vielleicht auch nicht, wenn man die vielen kaputtgetrampelten Stellen sieht….

Diesmal war es absehbar, dass wir sehr nass werden würden. Deshalb zog ich von Anfang an meine wasserdichten Überstiefel an. Die Neoboots haben den Vorteil, dass sie leicht sind und trotzdem eine stabile und rutschfeste Gummisohle besitzen. Sie sitzen gut am Fuß und es ist damit ohne weiteres möglich, bequem ein paar Kilometer zurückzulegen.

Silke und ich gingen also den Fluß entlang und entdeckten die typischen Motive der Fairy Pools. Nur den bekannten (totfotografierten…) Wasserfall hätten wir fast übersehen, da er in der Natur bei weitem nicht so mächtig ist, wie er auf den Bildern immer aussieht. 

Nach etwa zwei Kilometern wechselte ich auf die andere Flußseite, da ich dort Motive entdeckt hatte, die ich auf dem Rückweg genauer ansehen wollte. So entstand auch mein Lieblingsbild dieses Tages.

Es regnete inzwischen ziemlich stark und wir waren ganz schön nass, als wir das Auto erreichten. Die Berge hatten sich komplett Wolken verhüllt, so dass die Zeit guter Fotos an dieser Location vorbei war. Die anderen Fotografen, die spät nach uns ankamen, schauten leider in die Röhre…

Am Nachmittag waren wir zurück in der Unterkunft und da wir am nächsten Tag sehr früh die Rückfahrt nach Glasgow antreten mussten, breiteten wir unsere Klamotten im Zimmer zum Trocknen aus, damit wir sie nicht nass verpacken mussten.

Während die unsere Sachen trockneten, liessen wir uns in einer Pizzeria in Portree eine leckere Pizza schmecken, dazu gab es Inselbier vom Typ Skye Red und zum Abschluss stießen wir mit einem Talisker auf unsere erfolgreiche Fotoreise an.

Fairy Pools

Tag 7: Rückreise

Der Tag der Rückreise begann sehr früh, da wir ja noch die gut 330 Kilometer nach Glasgow zurücklegen mussten, bevor gegen Mittag unser Flieger nach Düsseldorf startete. Unterwegs kamen wir bei besserer Sicht als auf der Hinfahrt wieder am Eilean Donan Castle vorbei und fuhren durch das wunderschöne herbstliche Glencoe.

Leider gehen solch wunderschöne Erlebnisse viel zu schnell vorbei. Von der ersten Idee über die Planung bis hin zur Durchführung und der noch immer andauernden Nachbereitung war der Besuch auf der Isle of Skye ein Highlight in meiner bisherigen Zeit als Landschaftsfotograf. Die Reise mit Silke war spannend, lustig und entspannend zugleich und es hat alles geklappt, was wir uns vorgenommen und geplant hatten. Fertig geworden sind wir allerdings nicht… dazu müsste man auf der Isle of Skye wohnen… und auch dann wird es schwer…

Habe ich schon erwähnt, dass ich die Reise in nicht allzu ferner Zukunft wiederholen werde?

Plant Ihr auch eine Reise zur Isle of Skye oder benötigt Ihr weitere Informationen? Dann lasst es mich wissen!

Sligachan

Ein wenig Technik…

Silke und ich fotografieren mit Fuji Kameras. Sie mit einer X-T1, ich hatte meine neue X-T3 dabei. An Objektiven habe ich das XF10-24/4, das 16-55/2.8 und das 50-140/2.8 verwendet.

Meine Filter sind von Lee (GND) und Haida (ND), mein Stativ von Gitzo und mein Fotorucksack ist von F-Stop.

Habt Ihr Fragen zur Ausrüstung oder zur Landschaftsfotografie im Allgemeinen? Ich freue mich, sie Euch zu beantworten!

Enjoy your meal!